„Ich bin nicht verrückt – ihr seid alle verückt. Total verrückt. Nicht ich.“
Niemand hörte zu, als Heinz „Hank“ Sibelius nach seinem zweiten Schönheitsschlaf aus dem geöffneten Schlafzimmerfenster den Spatzen predigte, und das wusste er auch.
„Irre, völlig irre, wenn ihr glaubt, was ihr vorgebt zu glauben.“
Die Spatzen taten, was sie immer taten; ob er schlief oder ob er predigte, war ihnen eins: Sie pickten und zwitscherten, sie tschilpten und schnappten auf, was ihnen vor die Schnäbel kam. Heinz „Hank“ Sibelius schienen sie dabei nicht zu beachten.
„Werdet wesentlich! Werdet endlich wesentlich! Dann mache ich auch wieder mit.“
Heinz „Hank“ Sibelius spürte sie deutlich, diese Wesentlichkeit, in jeder Pore seines irdischen Seins, in jedem Knarren, jedem Quietschen, Knistern des alten Parketts. Sie war in ihm so wesentlich, dass sie durch Gewohnheit, durch ihre Ständigkeit fast unerträglich geworden war. Geräuschvoll schloss Hank das Fenster.
Doch draußen ging es weiter:
„Zwitscher? Was war das?“, fragte ein kleiner Spatz.
„Wesentlichkeit“, sagte der alte Spatz neben ihm. „Die klebt wie Vogelbeere am Schnabel. Der Mensch da im steinernen Käfig wird noch mächtig Federn lassen.“
„Tschilp! Federn?“, piepste der kleine Spatz. „Gibt’s dann mehr für unser Nest?“
„Vielleicht“, erwiderte der alte Spatz, „aber Wesentlichkeit ist kein Spaß. Die macht den Kopf schwer. Und den Himmel dunkelgrau.“
Während drinnen die Vorhänge zugezogen wurden, fuhren die Spatzen fort. Zu picken und zu tschilpen.